Das Stichwort lautet: "Managed Accounts". Trotz mitunter herausragender Ergebnisse in 2008 kam es in der Schweiz (und anderenortes) unzweifelhaft zu massiven Abflüssen in Dachhedgefonds. Das hat die Branche u.a. Herrn Madoff und einer undifferenzierenden Presse und Politik zu verdanken. Diese Entwicklung wurde zum Schaden vieler Single Hedgefondsmanager, in der Schweiz ohne Lobby und ohne Vertreter, und diese mussten zum Teil laufende und funktionierende Modelle unterbrechen oder erfolgreiche Strategien stoppen. Hinzu kamen in einigen Ländern gesetzlich-politische Störungen in den Möglichkeiten, Shortstrategien anzuwenden.
Ist ein "Managed Account" ein fauler Kompromiss?
Hierüber gibt es verschiedene Meinungen, doch in einer Feststellung ist man sich völlig einig: Hedgefonds bieten einen unbestrittenen Diversifikationseffekt.
Zum einen sehen schweizer Banken in Managed Accounts eine Möglichkeit, verschreckte Anleger wieder mehr für die ausgezeichneten Fähigkeiten der Hedgefonds zu gewinnen, in dem Sie eine tägliche Verfügbarkeit gewährleistet sehen und die Vorteile und Möglichkeiten von Hedgefonds gegenüber Investmentfonds / Publikumsfonds zumindest zum Teil nutzen können.
Zum anderen ist es ein fauler Kompromiss - viele Modelle der Hedgefondsmanager funktionieren nur dann erfolgreich, wenn sie über eine gewisse Mindestlaufzeit eingesetzt werden und wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden können. Und Private Equity Investitionen beispielsweise bedingen längere Exitfristen. Zudem ist die Einschränkung der Transparenz für einige Handelsstrategien unabdingbar, da ansonsten Nachahmer zu schnell auf den Markt treten würden (u.A. die Banken selber). Letzteres ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich Fondsmanager nicht in die Karten schauen lassen wollen und sich in exotischen Jurisdiktionen niedergelassen haben und nur institutionelle und qualifizierte Anleger bedienen.
Es muss also die Praxis zeigen, ob es sich lohnt, "ein bisschen schwanger" zu sein. Der Brokerage Pool jedenfalls ist in der Lage, seinen Mitgliedern Zugang und Know-How zu beiden Varianten zu geben und auf die Risiken und Beschränkungen wie z.B. Mindestanlagegrössen hinzuweisen.
